Sonntag, 24. Mai 2009

OSM im Rheinland 2009

Am kommenden Dienstag (26.05.2009) findet im Forschungszentrum Caesar eine kostenlose Veranstaltung mit dem Titel Openstreetmap im Rheinland statt. Die Tagung verspricht spannend zu werden, wird doch unter anderem der umtriebige und für sein Engagement bekannte Jochen Topf sprechen, einer der beiden Autoren des Openstreetmap-Buches, der unter anderem MapLint sowie den OSM-Inspector geschrieben hat, die deutsche Openstreetmap-Webseite programmiert und an Osmarender mitgewirkt hat sowie das GPS-Verleihprogramm organisiert, um nur einige seiner Aktivitäten zu nennen.

Daneben freue ich mich auch über die Vorträge aus der Forschungsgruppe um Prof. Zipf - keine Unbekannten im Openstreetmap-Universum. So ist beispielsweise der OpenRouteService in dieser Arbeitsgruppe entstanden, und das OSM-3D Projekt wurde bereits in manchen Foren und Mailinglisten diskutiert. Auch ein weiterer Aspekt, der in der OSM-Community diskutiert wurde - die Integration von Openstreetmap-Kartenmaterial in der Wikipedia, wird durch einen Vortrag von Wikipedia-Aktivist Raimond Spekking angesprochen.

Wer sich noch nicht registriert oder informiert hat, kann dies auf der entsprechenden Wiki-Seite des Openstreetmap-Projektes oder auf der Webseite des Veranstalters tun. Ich bin gespannt, viele von euch dort zu sehen! :-)

Montag, 11. Mai 2009

Happy Birthday Bonn!

Heute, vor drei Jahren, am Donnerstag den 11. Mai 2006, wurden in der Bonner Openstreetmap Karte die ersten Datenpunkte eingetragen (siehe hier). Wer hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass sich innerhalb kürzester Zeit eine Karte entwickeln würde, die man heute bereits ohne größere Bedenken verwenden kann? Wer hätte geglaubt, dass diese Karte schon nach so kurzer Zeit in manchen Stadtgebieten die Karten anderer Anbieter an Genauigkeit und Detailverliebtheit schlägt? Es versetzt mich immer wieder in Erstaunen! Und es zeigt eindrucksvoll, was sich mit einer begeisterten Community erreichen läßt.

Happy Birthday! Und ein großer Dank an alle Beteiligten!

Natürlich, Hand auf's Herz: Der Bonner Kartenausschnitt von Openstreetmap hat noch viel Spielraum für Verbesserungen. Gott sei Dank, mögen manche denken. ;-)

Openstreetmap ist nichts ohne seine User. Und daher habe ich einige von euch angeschrieben und euch angesichts des dreijährigen Geburtstags gefragt: "Welche Entwicklung wünschst Du Dir bei der Bonner Openstreetmap-Karte in den kommenden drei Jahren?"

Hier sind eure Antworten (in alphabetischer Reihenfolge):

Astrid: Ich wünsche mir, dass sich die Bonner Karte auch in Zukunft so schnell weiter entwickelt. Insbesondere wünsche ich mir, dass Datenlücken im Bereich Bürgersteige, Steigungen und Oberflächen geschlossen werden. Ein Mapper Treffen oder sogar eine Mapping Party für Bonn würde ich in Zukunft sehr begrüßen.

Dschuwa: Ich wünsche mir eine noch aktivere Community in Bonn, ein Mappertreffen. Und dass die Bonner Karte bald Bug frei und vollständig ist.

Hugoe: Ich wünsche mir, dass die vielen erfassten Daten auch in Zukunft aktuell gehalten und weiter ergänzt werden. Wenn die Bonner Karte weiter so wächst, dann kann man in drei weiteren Jahren die optimale Kanuroute durch die Bonner Kanalisation planen.

Mike67: Es ist schon Wahnsinn wie sich die Bonner Karte in den letzten drei Jahren positiv verändert hat und dank der vielen ambitionierten Mapper immer genauer die Realität abbildet. Für die Zukunft der Bonner OSM-Karte wünsche ich mir, dass noch mehr Nutzer sich an diesem tollen Projekt beteiligen und so für eine noch detailliertere Karte sorgen. Mein Bestreben ist es zurzeit, dass alle offiziellen Bonner Straßen und Plätze in der Karte abgebildet werden. Dann fehlen natürlich noch viele Geschwindigkeitsangaben, Einbahnstraßenregeln, Zufahrts- und Zugangsbeschränkungen, etc. Es wäre auch schön wenn jedes Haus mit korrekter Adresse in der Zukunft dargestellt werden könnte. Es gibt als noch viel zu tun in Bonn. Ebenso würde ich mich freuen wenn noch viel mehr Behörden ihre Geo-Daten und aktuelle Luftbilder dem OSM-Projekt zur Verfügung stellen würden. Allen Bonner Mappern wünsche ich zum Geburtstag der Karte alles Gute für die Zukunft und macht weiter so. Wie schon gesagt, es gibt noch viel zu tun in Bonn und der Region.

Theo62: Ich wünsche mir, dass die Informationen für Fahrradfahrer in der OSM-Datenbank verbessert werden. Es gibt ein sehr interessantes Projekt für Berlin, bbbike, ein Routenplaner für Fahrradfahrer, wo Fahrradwege mit Kategorisierung der Geschwindigkeit, Ampeln, Straßenkategorien usw. dargestellt und für ein Fahrradrouting berücksichtigt werden. Man kann für bbbike zwar auch die Bonner OSM-Daten zu Grunde legen, die man mit osm2bbb in das bbbike eigene Format übersetzen kann, sieht dann aber, dass die Informationen zu Fahrradwegen und fürs Fahrradfahren nutzbare Straßen in Bonn nicht so detailiert sind wie in Berlin. Außerdem benutzen die berliner Mapper andere Tags für Fahrradwege als die bonner Mapper. Ich würde mir wünschen, dass die OSM-Daten für Bonn ähnlich detailliert wären wie die bbbike-Daten für Berlin.

Herzlichen Dank für eure Antworten! :-)

Falls Du gerne ebenfalls meine Frage beantworten möchtest, kannst Du das gerne tun: Kontaktiere mich einfach und sende mir Deine Antwort zu! Ich werde dann diesen Blogeintrag nachträglich ergänzen. Ich freue mich auch über Kommentare!

(aktualisiert am 11. Mai, 11:31 Uhr)

Mittwoch, 29. April 2009

Unterwegs zwischen Bonn und Köln: Ein Interview mit Mapper Cyclop

Wer für Openstreetmap (OSM) als Mapper zwischen Köln und Bonn aktiv ist, wird beim Bearbeiten der Karte desöfteren auf den Usernamen Cylcop gestoßen sein. Cyclop ist unheimlich aktiv, ist auf Platz 4 der in Nordrhein-Westfalen aktivsten Mapper mit über 59672 (!) zuletzt editierten Knoten und auf Platz 13 mit über 4870 zuletzt editierten Wegen (Stand vom 28.04.2009). Das sind beeindruckende Zahlen, die seinen Arbeitseinsatz und Begeisterung für OSM erahnen lassen.

Daher habe ich mich besonders gefreut, mit ihm ein Interview führen zu können.

Hallo Roland (alias Cyclop),
vielen Dank, dass Du Dich zu einem Interview bereit erklärt hast! Wie und wann hast Du von Openstreetmap erfahren?

Ich glaube zum ersten mal 2006. Da habe ich es aber noch nicht richtig verstanden und nachdem ich kurz geschaut hatte und praktisch keine Inhalte in der Karte gefunden hatte, ist es wieder in Vergessenheit geraten. Im Frühsommer 2008 bin ich dann wieder aufmerksam geworden (ich glaube es gab einen Bericht im WDR oder ich habe es in einer GIS Zeitschrift gelesen) und habe erst dann das Potential von OSM für mich entdeckt.

Welche Elemente gab es damals schon in der OSM-Karte zwischen Bonn und Köln?
In meiner Heimatstadt Niederkassel waren schon fast alle Straßen vorhanden, weil Yahoo für diese Gegend hochauflösende Luftbilder eingestellt hatte und andere auch schon fleißig die Straßen eingemessen hatten. Die Landnutzung war aber noch sehr rudimentär und in der etwas weiteren Umgebung, vor allem östlich der A59 aber auch in den südlichen Kölner Stadtteilen gab es noch
etliche Lücken.

Was motiviert Dich? Und welche Arbeiten machen Dir bei OSM besonders Spaß?
Ich bin von Kind an begeisterter Kartograph, habe Geodäsie/Kartographie studiert und befasse mich beruflich mit Geo-Informationssystemen. Schon länger hatte ich nach Möglichkeiten gesucht, eigene Inhalte in Karten einzubrigen. Aber es war sehr schwer, für private Zwecke geeignete und kostenlose Geo-Datengrundlagen zu bekommen. Außerdem bin ich in der Freizeit viel mit dem Rennrad, Langlaufskiern oder Wanderschuhen unterwegs, und seit Sommer 2008 zeichne ich meine Strecken einfach auf und trage sie ein. Häufiger fahre ich mit dem Rad jetzt gezielt in Orte, die noch nicht kartiert sind oder ich mache einen Umweg, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, um noch ein paar fehlende Objekte "mitzunehmen". So kann ich meine Freizeitaktivitäten mit OSM verbinden.

Wieviel Zeit investierst Du durchschnittlich wöchentlich?
Manchmal gar keine, manchmal sicher 10 Stunden (die Aufzeichnung nicht mitgerechnet). Aber ehrlich, ich habe das nie nachgemessen. Die Zeit vor dem Rechner vergeht immer wie im Flug.

Wo siehst Du zur Zeit die größten Herausforderungen für OSM im Allgemeinen? Und was sind spannende oder drängende Aufgaben bei OSM, die in der Köln/Bonner Region angegangen werden sollten?
Die Qualität (insbes. Zuverlässigkeit) ist einerseits schon toll für ein Freiwilligenprojekt, kann aber mit kommerziellen Produkten an vielen Stellen noch nicht mithalten. Um OSM auch im professionellen Bereich einsetzen zu können, müsste man noch viel mehr Zeit in die Qualitätssicherung investieren. Es wird darauf ankommen, die Begeisterung bei den Mappern zu erhalten, auch wenn das Straßennetz an sich schon mehr oder weniger vollständig vorhanden ist. Bei vielen - scheint mir - lässt die Motivation nach, wenn es "nur" noch darum geht, die "Kleinigkeiten" und vor allem die Sachinformationen (Tags) zu bearbeiten. Da ist der Erfolg eben nicht so sichtbar, als wenn man einen echten weißen Fleck beseitigt.

Mit welcher Hardware bist Du unterwegs?
Ein Garmin Edge 305.

Welche Software oder Dienste benutzt Du am liebsten für das Bearbeiten von OSM-Daten?
Ich arbeite fast ausschließlich mit Potlatch, weil es der einzige Editor ist, den ich bisher ausprobiert habe, bei dem ich Objekte editieren kann, die auf ein größeres Gebiet verteilt sind. Z.B. bei JOSM ist man immer auf kleinen Gebiet beschränkt. Natürlich ist Potlatch recht langsam, aber immer noch schneller, als wenn ich ständig neue Gebiete einladen müsste.

OSM ist in manchen Aspekten mit der Wikipedia vergleichbar. Auch hier kann jedermann Daten korrigieren bzw. neu hinzufügen. Bei der Wikipedia sind Edit-Wars bekannt. Hast Du schon einmal einen Edit-War in Deinem OSM-Gebiet erlebt?
Nicht wirklich. Es kommt aber schon (sehr selten) vor, dass geänderte Objekte zurückgeändert oder erneut überarbeitet werden. Das habe ich auch selbst schon mal gemacht, wenn das Objekt einer Meinung nach verschlimmbessert wurde. Ein dauerndes hin und her habe ich aber noch nicht erlebt. Spätestens beim zweiten Rückändern nehme ich direkt Kontakt auf. Das war aber noch nie der Fall. Einmal hatte ich einen Austausch mit einem Mapper zu der Frage, ob man bei Landuse gleiche Grenzen verwenden soll/darf. Das war aber ein total sachliche Diskussion und jeder war an der besten Lösung interessiert. Von einem "War" kann keine Rede sein. Das liegt aber vermutlich daran, dass es bei OSM eben immer ein tatsächliche "Wahrheit" gibt, nämlich so wie es Vor Ort wirklich aussieht. Persönliche Meinungen wie bei Wikipedia Artikeln zu Politik oder anderen Gesellschaftsthemen gibt es nicht, höchstens eben unterschiedliche Meinungen, wie man ein und die selbe Situation technisch optimal erfassen sollte.

Hast Du schon einmal andere Mapper getroffen oder an einer Mapping-Party teilgenommen? Gibt es konkrete Projekte, für deren Umsetzung Du gerne mit anderen Mappern zusammenarbeiten möchtest?
Ja, ich war schon zwei mal beim OSM Stammtisch in Köln. Leider waren nur wenige andere Mapper dort. An einer Mapping Party habe ich noch nicht teilgenommen. Konkrete Projekte bezüglich Öffentlichkeitsarbeit könnte ich mir vorstellen, z.B. Fertigmeldungen wie bereits in anderen Städten praktiziert. Von der Stadt Niederkassel habe ich mir schon das Straßenverzeichnis besorgt (vielen Dank dafür an die Stadt Niederkassel, Fachbereich 8, Herr Florin) und es von Sven Anders in Hamburg berechnen lassen, siehe hier (vielen Dank für diese tollen Service an Sven). Da gibt es nun doch noch ein paar Defizite. Daran könnte man mit anderen Mappern zusammen arbeiten, auch für die anderen Städte der Umgebung.

(Anm. der Red.: Es gibt hier ein Interview mit Sven Anders in der ZEIT Online.)

Welche Tipps hast Du noch für OSM-Anfänger?
Traut Euch! Es gibt noch viel zu tun. Das Buch von Frederik Ramm und Jochen Topf bietet einen prima Einstieg. Es ist übrigens kürzlich in neuer Auflage erschienen.

Roland, vielen Dank für das Interview!
Gerne :-)

Freitag, 10. April 2009

Auf in den Süden

Es war Februar und noch ziemlich kalt, als ich mir den aktuellen Openstreetmap-Kartenausschnitt des Bonner Ortsteils Buschdorf ansah. Und da gab es so einige kleine Fehler, die mir auffielen und die ich bei Openstreetbugs eintrug. Damals sah der Fehlerreport so aus (rote Punkte markieren Fehler in der Karte):





Schon wenige Wochen danach haben sich ortskundige Openstreetmap-Enthusiasten daran gemacht, Fehler zu korrigieren und viele Fehler (Bugs) verschwanden von der Karte:



An dieser Stelle an alle Beteiligten: Klasse Arbeit!

Natürlich gibt es in Bonn noch viel zu tun - viele Fehler verstecken sich hartnäckig und sind beim flüchtigen Überblicken der Karte überhaupt nicht auffindbar. Nach dem kleinen Exkurs in den Bonner Norden möchte ich den Blick auf einen Ortsteil im Bonner Süden lenken, genauer: nach Bonn-Mehlem, das direkt an Rheinland-Pfalz grenzt. Hier gibt es noch eine Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten:



Vielleicht ist das für den einen oder anderen Mapper ja Anreiz, sich Mehlem bei einem Ausflug mit GPS-Empfänger einmal genauer anzusehen. :-)

Nachtrag: Openstreetbugs zeigt - so meine Erfahrung - viele Bugs erst an, wenn man in die maximal erreichbare Zoomstufe schaltet. Wie sind eure Erfahrungen diesbezüglich?

Freitag, 20. März 2009

Browsing the openstreetmap v2.0

Please note: I'm not a native speaker and my english skills are somewhat limited. If you speak german, please find the german version of this blog post here. Wenn Sie Deutsch verstehen, können Sie hier die deutsche Version des Blogeintrags aufrufen.

Openstreetmap (OSM) is growing and attracting more and more users contributing to the project (we are 100000 users now!). It's all about collecting and mapping geospatial data, which we submit to the database. But wait, to be honest: Without visualizing the data - without maps - openstreetmap is not much fun. For most new users the Slippy Map is the first map to see from openstreetmap. I believe, that many of us were motivated to become contributors because of this slippy map, because of the moments we wait our recently submitted information to pop up on Mapnik or Osmarender tiles. Although I love our slippy map, it just visualizes a tiny bit of information which is now available from our openstreetmap-database. So, when I first discovered the project Openstreetbrowser by users Skunk and Lesewesen, I was thrilled: It's fun to use the Openstreetbrowser. The map looks great and I feel, that the authors made every effort and did a lot of thinking on details to create the Openstreetbrowser.

But wait: The Openstreetbrowser project is still beta. Often it is slow and sometimes you can't access the server. Also: Data is still only available for Europe. My recommandation: Bookmark and visit after some days or weeks! And this is how it looks like (showing Bonn, Germany):



On the right you find some kind of slippy map, but with customized style, which I really love. Skunk used Cascadenik to create it, which is some kind of CSS technique for Mapnik. Buildings are colored differently according to their function. On the left there is a menu,



which lets you choose to visualize points of interests (POIs) of different categories (e.g. "attractions"). The menu also lists the POIs available for the map excerpt shown on the right. If you move your mouse cursor over the list entries (e.g. "Beethoven-Statue"), the corresponding element of the map is highlighted (black circle around the Beethoven-Statue on the upper right of the image). For buildings, highlighting is realized by drawing a black border:



Further examples: From pharmacies, post boxes, schools, fire stations to police stations - many many details can be visualized in Openstreetbrowser. But hey: Of course there are other projects aiming at visualizing POIs, e.g. this one or that one. But Openstreetbrowser is different because it incorporates many features which are spread across different local projects. For example: For each map excerpt you can generate a list of street names, which is - of course - also possible by using another web application:



In addition, Openstreetbrowser allows you to easily find a street on the map: It gets highlighted as soon you move your mouse cursor over the street name in the list (see image above: the selected "Mozartstreet" is colored black.)

My favorite feature is the visualization of public transportation relations, of bus routes and train routes with bus stops and train stations. This has been also made possible by the project ÖPNV-Karte since November 2008, which I really love, or by the project OSM Tube Map in London. But Openstreetbrowser adds other features:



Bus stops are coloured cyan, while single bus routes are coloured blue (vectors showing the direction of travel). Again, highlighting of different elements like routes or stops/stations is possible:



The love of details is remarkably: OSM-Data often contains bus stops and the information, whether the bus stop is located on the left or right side of the street. Both is correctly visualized as can be seen on the image above for the Bus 800 (bus stops "Mozartstraße" and "Herwarthstraße"). Besides, there is a zoom-button, which makes the map zoom to the selected object. Here an example, where I pressed the zoom-button having selected the bus stop "Mozartstraße":



Both bus stops (in both directions) are framed by a blue box; the selected bus stop is additionally highlighted by a black dot.

A preliminary conclusion

There is of course much to do and to improve. For example, I haven't found any visualization of house numbers, the search didn't work for me and there is no possibility to export maps. The latter is a function I use quite often on openstreetmap.org.

Nevertheless: Openstreetbrowser integrates many features which were previously spread across different projects. And it does it in a visually appealing way! If the project manages to become stable and fast, it will likely have a huge impact on the mappers community. It will lead to a boost of submitted POIs, because their visualization on maps is it, what motivates us mappers most.

Links

Openstreetbrowser: http://www.openstreetbrowser.org
Blog post by Skunk: Teaser for my OpenStreetMap-Project
Google Summer of Code 2009 Proposal: User-friendly Web Application to browse map content

Donnerstag, 19. März 2009

Eine neue Karte für Openstreetmap

Openstreetmap (OSM) ist ein unglaublich lebendiges Projekt mit seit kurzem über 100000 Usern, die zum Gelingen der ersten freien Weltkarte beitragen. Es geht um das Erfassen und Sammeln freier Geodaten. Aber, seien wir ehrlich: Ohne eine Karte - also ohne eine Visualisierung der Daten - macht Openstreetmap nur halb so viel Spaß. Und für die meisten neuen User ist die Slippy Map Karte der erste Kontakt mit Openstreetmap und Anstoß zum Einstieg in das Projekt. Doch diese Karte, die ich im Übrigen sehr schätze, visualisiert nur einen Bruchteil der in OSM nun zu Verfügung stehenden Daten. Als ich vor drei Tagen durch Zufall auf das Projekt Openstreetbrowser der User Skunk und Lesewesen traf, das deutlich mehr Informationen auf leichte Art und Weise zugänglich macht, war ich daher sofort elektrisiert: Es macht Spaß, den Openstreetbrowser zu nutzen! Die Karten sehen verdammt gut aus und man merkt, dass die Autoren mit viel Liebe zum Detail ans Werk gegangen sind.

Gleich vorweg: Das Openstreetbrowser-Projekt befindet sich noch im Beta-Stadium, ist manchmal langsam und ab und an gar nicht erreichbar. Die Daten sind bisher nur für Europa verfügbar. Meine Empfehlung daher: Projekt merken und in einigen Tagen oder Wochen einmal im Web besuchen gehen! Und so sieht der Openstreetbrowser aus (hier ein Beispiel für Bonn):



Rechts befindet sich die Slippy Map, allerdings mit einem eigenen, liebevoll gemachten Stylesheet, für das Skunk unter anderem Cascadenik benutzt hat, einer Art CSS Technik für Mapnik. Häuser (buildings) werden zum Beispiel farblich je nach ihrer Funktion anders dargestellt. Auf der linken Seite befindet sich ein Aufklappmenü,



in dem sich Points of Interests (kurz: POIs) verschiedener Kategorien anzeigen oder ausblenden lassen. Für den aktuellen Kartenausschnitt werden jeweils die vorhandenen POIs, in dem obigen Beispiel also "Attractions", aufgelistet. Wenn man den Mauszeiger in der Namensliste über die Einträge bewegt, so wird das jeweilige Kartenelement markiert: Im Beispiel oben habe ich die Maus über den Schriftzug "Beethoven-Statue" bewegt, und prompt wird das Symbol auf der Karte mit einem schwarzen Kreis umrandet (zu sehen am rechten oberen Rand der Abbildung). Handelt es sich um Haus, wird das entsprechende Gebäude mit einem schwarzen Rand versehen, wie zum Beispiel hier:



Weitere Beispiele: Von Apotheken, über Briefkästen, von Schulen über Feuerwachen und Polizeistationen lässt sich alles mögliche anzeigen. Machen wir uns aber nichts vor: Es gibt natürlich andere Projekte, die ebenfalls POIs visualisieren, wie zum Beispiel dieses oder dieses hier. Aber keines dieser Projekten bündelt die vielen Möglichkeiten so wie es der Openstreetbrowser macht. Für jeden aktuellen Kartenausschnitt läßt sich zum Beispiel eine Liste von Straßennamen erzeugen, was natürlich auch über ein separates Projekt schon möglich war:



Der Openstreetbrowser erlaubt aber zusätzlich noch ein leichtes Auffinden von Straßen, indem diese markiert werden, sobald man mit dem Mauszeiger über den entsprechenden Eintrag in der Straßenliste fährt (am obigen Beispiel an der schwarz markierten Mozartstraße zu sehen).

Mein persönliches Highlight ist aber das Anzeigen von Nahverkehrsverbindungen, also von Buslinien und Zügen samt Haltestellen. Natürlich war das Anzeigen solcher Relationen schon über das Projekt ÖPNV-Karte, das ich übrigens sehr schätze, möglich. Auch existierte bereits eine Karte der Tube-Stationen in London. Aber der Openstreetbrowser bündelt dies mit weiteren Funktionen:



Die Haltestellennamen sind hier in cyan gehalten, während die einzelnen Buslinien mit blauen Strichen (bzw. Pfeilen) und die Bahnlinien mit schwarzen Strichen visualisiert werden. Auch hier lassen sich wieder einzelne Linien markieren und die entsprechenden Haltestellen anzeigen:



Bemerkenswert finde ich hier wieder die Detailverliebtheit: Natürlich enthalten die OSM-Daten meist die Position der Haltestellen und auf welcher Straßenseite sie sich befinden. Beides wird, wie in obiger Abbildung am Beispiel der Buslinie 800 (schwarze Linie mit Punkten an den Haltestellen "Mozartstraße" und Herwarthstraße) zu sehen, korrekt dargestellt. Daneben gibt es noch den ZOOM-Button, der den Kartenausschnitt auf das aktuell selektierte Objekt springen lässt. Hier ein Beispiel, bei dem ich den Kartenausschnitt auf die Bushaltestelle "Mozartstraße" gezoomt habe:



Die Haltestellen in beide Richtungen werden durch einen blauen Kasten eingerahmt; die selektierte Haltestelle wird noch zusätzlich als schwarzer Punkt angezeigt.

Ein vorläufiges Fazit

Natürlich gibt es beim Openstreetbrowser noch unheimlich viele Baustellen. So habe ich bisher zum Beispiel nicht gesehen, dass irgendwelche Hausnummern angezeigt würden. Die Suche scheint noch ohne Funktion zu sein und ein Export der Karten wie auf openstreetmap.org ist bisher nicht möglich.

Dennoch: Der Openstreetbrowser integriert viele Funktionen anderer Visualisierungsprojekte und das auch noch auf eine optisch ansprechende Art und Weise! Wenn das Projekt es aus der Betaphase heraus schafft und schnell und stabil läuft, wird es sehr wahrscheinlich einen dramatischen Effekt auf das Einpflegen von POIs in die OSM-Datenbank haben. Denn die Darstellung der eingepflegten Daten ist doch das, was uns Mappern am Ende am meisten motiviert!

Links

Openstreetbrowser: http://www.openstreetbrowser.org
Blogeintrag von Skunk: Teaser for my OpenStreetMap-Project
Google Summer of Code 2009 Proposal: User-friendly Web Application to browse map content

Dienstag, 10. März 2009

Kurz notiert: Openstreetmap im Chaosradio

Die aktuelle Ausgabe des Chaosradio Express Podcasts beschäftigt sich mit Openstreetmap (OSM). Tim Pritlove vom Chaos Computer Club interviewt Frederik Ramm und Jochen Topf, die eingefleischten OSMlern nicht unbekannt sein dürften. Beide sind seit 2006 bei Openstreetmap dabei und haben vor rund einem Jahr ein erstes Buch über Openstreetmap veröffentlicht. Frederik Ramm ist zur Zeit der aktuelle Maintainer vom beliebten JOSM-Editor. Jochen Topf hat unter anderem den Maplint-Checker geschaffen, den OSM Inspector geschrieben und die deutschsprachige Webseite openstreetmap.de programmiert.

Eine informative und empfehlenswerte Sendung über viele technische Details aber auch über die Geschichte von Openstreetmap. Die Sendung wird übrigens hier diskutiert und kommentiert.