Freitag, 7. August 2009

Google Streetview Competitor supports Openstreetmap

(This is a shortened and rough translation of the original blog post in german, which you can find here.)

Mapping places for Openstreetmap (OSM) can be very easy: Explore, collect data and put the results into the openstreetmap database. However, sometimes your notes might be incomplete and questions arise: Where was this street crossing again? What was the name of this restaurant? Wasn't there a post box? How many times have you thought of using street photos from Google Streetview in order to check? Never? Come on!

Deriving data for OSM from Google Streetview is illegal

Nobody will argue that up to date photos of streets wouldn't be of great value to the openstreetmap community. But licenses forbid using data from Google Streetview. However, there is now a Google Streetview competitor, _sightwalk, a service run by the german company panogate GmbH. Panogate's _sightwalk offers high quality street photos in which the user can easily navigate. The service uses openstreetmap data to generate maps displaying the actual position of the location. So why not give something in return to the OSM-community?

_sightwalk allows openstreetmap users to derive data

Jochen Topf from Geofabrik asked and got an answer: Panogate wants to support openstreetmap and allows users to derive data from _sightwalk photos. The photos themselves remain under copyright. The corresponding german wiki page suggests to include the additional tag "source=sightwalk.de" in all derived data.

_sightwalk started in April 2009 and covers right now only few german cities, namely Cologne (Köln), Munich (München), and Düsseldorf. In a few weeks Hamburg, Berlin, and Bonn will be added. Let's hope that _sightwalk will soon cover more areas. This might trigger an explosion of the number of submitted Points of Interests (POIs) in covered cities and offers an additional possibility for checking data.

Google Streetview Wettbewerber unterstützt Openstreetmap

Mappen für Openstreetmap (OSM) kann sehr einfach sein: Gegend erkunden, Daten erfassen und diese später in die Openstreetmap-Datenbank aufnehmen. Doch was tun, wenn die eigenen Aufzeichnungen unvollständig sind? Wenn sich Fragen an Weggabelungen ergeben? Wenn man vergessen hat, den Namen der einzutragenden Apotheke oder des Restaurants aufzuschreiben? Wer hat sich in solchen Situationen nicht schon mal gewünscht, seine Tour mit Kamera aufgezeichnet oder wenigstens ein paar Fotos von den fraglichen Stellen geschossen zu haben? Dabei liegen solche Informationen häufig nur einen Klick entfernt: Bei Google Streetview lassen sich Fotos ganzer Straßenzüge bequem einsehen. Wem hat es da nicht schon einmal in den Fingern gejuckt, Daten von Streetview für OSM abzuleiten?

Streetview Daten für OSM zu verwenden ist nicht legal

Die Lizenzen verbieten das, und so war die Datenerfassung durch virtuelle Spaziergänge lange Zeit unmöglich. Mit dem Dienst _sightwalk der Kölner Panogate GmbH gibt es jetzt allerdings einen Mitbewerber, der anders denkt. _sightwalk stellt - ganz ähnlich wie Google Streetview - Fotostrecken von Straßenzügen ganzer Städte online. Die Bedienung ist Google Streetview sehr ähnlich. Im Gegensatz zu Google generiert _sightwalk seine Übersichtskarten aus Openstreetmap-Daten - und warum sollte man hier nicht der OSM-Community etwas "zurückgeben"?

Ableiten von Daten für OSM von _sightwalk erlaubt

Jochen Topf von der Geofabrik fragte nach und erhielt ein deutliches Ja. In dem entsprechenden Schreiben von Panogate heißt es:

"Die panogate GmbH möchte das Projekt openstreetmap.de unterstützen. [...] Die erstellten Fotos unterliegen dem Copyright der panogate GmbH. Die panogate GmbH wird jedoch keine Rechte auf die für die Verbesserung des OSM Kartenmaterials aus den Bildern gewonnenen Daten geltend machen."

Damit ist der Weg für das Ableiten von Daten frei. Panogates _sightwalk ist noch ein junger Dienst, wurde er doch erst im April 2009 gestartet. Bisher werden die Städte Köln, München und Düsseldorf abdeckt. In den folgenden Wochen sollen Hamburg, Berlin und Bonn folgen. Da mit der Aufnahme des Bildmaterials im Mai 2008 begonnen wurde, ist es recht aktuell.

Explodiert die Anzahl neu eingepflegter POIs?

Neben vielen Einsatzmöglichkeiten drängt sich eine besonders auf: Interessante Orte (Points of Interest, kurz POIs) könnten bequem aus dem Bildmaterial abgeleitet oder überprüft werden. Auf der _sightwalk betreffenden OSM-Wikiseite wird um eine Kenntlichmachung solcher Ableitungen durch das zusätzliche Tag "source=sightwalk.de" gebeten. Ein kurzer Blick in die OSM-Datenbank (Stand vom 6.08.2009) zeigt, dass in Nordrhein-Westfalen bisher keine Objekte mit diesem Tag existieren, in Bayern sind es immerhin schon 9. Vermutlich ist das Angebot noch zu neu und unter Mappern noch nicht bekannt genug.

Fazit: Nutzt die neuen Möglichkeiten! :-)

PS: Niemand ist fehlerfrei. Wenn Dir Fehler in diesem Text auffallen, freue mich über einen Hinweis. Und ich freue mich über Kommentare und Anregungen! :-)

Mittwoch, 29. Juli 2009

Openstreetmap-Wiki: Wie man auf dem Laufenden bleibt

"Es steht doch im Wiki!" - diesen Satz kann man von so manchen Openstreetmap-Begeisterten hören. Besonders schade ist diese Antwort, wenn man gerade wichtige Informationen im Wiki schlichtweg verpasst hat, wie zum Beispiel auf den Wikiseiten angekündigte lokale Mappertreffen oder Ankündigungen über Änderungen an der Software eines Lieblingstools. Für die Einen ist das Openstreetmap-Wiki das Universalwerkzeug der Wahl, um den Stand der Dinge zu dokumentieren, zu kommunizieren und zu organisieren. Für die Anderen ist es ein notwendiges Übel, mit dem man sich zwischen den eigentlich interessanten Tätigkeiten (Mappen!) ab und an beschäftigt.

Doch für die letztgenannte Gruppe wird es jetzt etwas bequemer, informiert zu bleiben: Knapp 9 Tage ist es her, dass Firefishy, einer der Openstreetmap-Systemadministratoren, auf der deutschen OSM-Mailingliste mitteilte, eine Funktion des Wikis gerade freigeschaltet zu haben: User können sich von jetzt an via E-Mail informieren lassen, wenn sich für sie interessante Wiki-Seiten ändern.

Per E-Mail über Änderungen an Wikiseiten informiert werden

Und so geht es: Nach dem Einloggen im Wiki oben rechts auf Einstellungen klicken.



Auf der dann erscheinenden Seite nach unten gehen und dort ein Häkchen bei "Bei Änderungen an beobachteten Seiten E-Mails senden" machen.



Übrigens lässt sich hier auch gleich festlegen, ob andere User einen über das Wiki kontaktieren können. Falls ja, sollte dann auch ein Häkchen an der Stelle "E-Mail Empfang von anderen Benutzern ermöglichen" stehen und natürlich eine E-Mailadresse weiter oben auf derselben Seite angegeben sein. Diese E-Mailadresse wird im System gespeichert und nicht als Klartext veröffentlicht. Zum Schluss dann auf "Einstellungen speichern" klicken.

Wiki-Seiten auswählen

Die Benachrichtungen über Änderungen von Wiki-Seiten per E-Mail bezieht sich auf alle Wiki-Seiten, die in der persönlichen Beobachtungsliste stehen. Um eine Wiki-Seite in diese Liste aufzunehmen, einfach auf die gewünschte Wiki-Seite navigieren und dann oben rechts auf "beobachten" klicken. Soll die Seite wieder aus der Liste entfernt werden, einfach auf "nicht mehr beobachten" klicken.

Interessant könnte zum Beispiel das Beobachten der Openstreetmapwiki-Seiten von Gemeinden sein, in denen man als Mapper tätig ist, oder beispielsweise auch von entsprechenden Seiten über Mapper-Treffen oder Stammtische.

Von E-Mails überschwemmt?

Eine wahre E-Mail-Flut dürfte nicht zu erwarten sein. Natürlich wird dies auch von der Länge der eigenen Beobachtungsliste abhängen, die man mit einem Klick auf "Beobachtungsliste" oben rechts einsehen kann. Ein entscheidender Punkt ist aber, dass - sollte eine Wikiseite mehrfach geändert werden - nur eine E-Mail über die erste der Änderungen verschickt wird. Erst, wenn man die geänderte Wiki-Seite einmal besucht hat, wird bei einer darauffolgenden Änderung wieder eine E-Mail verschickt.

Es kann auch sein, dass die Benachrichtigung via E-Mail mit einer kleinen Zeitverzögerung stattfindet. Der Grund ist, dass der Wiki-Server die E-Mails nicht direkt verschickt sondern auf einen Zeitpunkt wartet, in dem wenig zu tun ist (das nimmt Last vom Server, gerade zu Spitzenzeiten). Dazu werden die Versandaufträge in eine Liste geschrieben, deren Länge sich zum Beispiel hier ("Auftragswarteschlange") nachsehen lässt.

Bleibt von dieser Stelle aus noch viel Spaß beim Mappen zu wünschen! Und dass es demnächst öfters heißt: "Klar, hab ich doch im Wiki gelesen!" :-)

Montag, 27. Juli 2009

Heute (27.07.09): Mappertreffen in Bonn

Heute findet zum zweiten Mal ein Mappertreffen in Bonn statt. Und ich freue mich darauf und hoffe, viele von euch dort zu sehen! Schon beim ersten Mal war das Hallo gross, als wir wechselseitig herausfanden, welche Personen hinter verschiedenen Usernamen steckten, und wer welche Stellen der Openstreetmap Karte bearbeitet.

Userin Juma hat für das Mappertreffen einen Treffpunkt organisiert. An dieser Stelle: Danke dafür! :-)

Und hier die Details (kurz vor Aufbrauch am besten nochmal auf der entsprechenden Wiki-Seite gegenchecken):

  • 20:00 Uhr
  • NYX, Vorgebirgsstr. 19, Bonn (Karte)

Bis dann!

Samstag, 18. Juli 2009

Openstreetmap for thirsty hackers

What are thirsty hackers looking for? The answer often is "Club Mate", at least in Germany. The "caffeinated carbonated Mate-extract beverage" (Wikipedia) became popular in Berlins club scene during the 90s. Maybe because of its high caffeine content, it gained popularity in the german hackers scene but finding shops selling Club Mate remains notoriously difficult. So what about mapping places where one can buy Club Mate?

No sooner said than done! People from Chaos Computer Club Mainz did it and set up a map, the so called Mateka’te, using Openstreetmap data. The tag "club-mate=yes" is used to indicate places where to get Club Mate. Question: Do places correlate with hacker density? ;-) I don't know.

Note, that I do not drink Club Mate nor do I receive any payment for this posting. ;-) I was just amazed by the absolutely unforeseen ways people use Openstreetmap data.

(via hep-cat)

Dienstag, 14. Juli 2009

Kurz notiert: Nachlese zur State-of-the-Map Konferenz 2009

Kaum zwei Tage ist es her, dass die letzten Vorträge auf der State-of-the-Map Konferenz, der jährlich stattfindenden großen internationalen Openstreetmap-Tagung, gehalten wurden. Doch schon tauchen erste Berichte und Mitschnitte von engagierten Teilnehmern auf - eine tolle Chance, für alle Daheimgebliebenen, sich über neue Entwicklungen und Diskussionen zu informieren. Hier ein kleiner Überblick:

  • Auf dem Blog der Geofabrik hat Frederik Ramm einen lesenswerten Tagungsbericht geschrieben.

  • Bei Vimeo können sich Interessierte bereits einige Vorträge als Film anschauen. Weitere Videos sollen folgen. Die Tagungsorganisatoren haben diesbezüglich gebeten, dass Teilnehmer ihre Favoriten im Wiki nennen, um eine Prioritätenliste beim Einstellen der Videos zu erhalten.

  • Eine Auflistung aller Vorträge samt - soweit vorhanden - Links zu Videos und den Vortragsfolien wird gerade auf einer Wiki-Seite zusammengestellt. Hier lohnt es sich, von Zeit zu Zeit vorbeizuschauen.

Bleibt noch der ganz eigene selbstironische Kommentar von Openstreetmap-Gründer Steve Coast zu erwähnen. :-)

Ein herzliches "Danke schön!" an dieser Stelle an alle, die sich zur Zeit die Mühe machen, die Tagung in Berichten dokumentieren und Videos zum Upload ins Netz aufzubereiten.

Samstag, 11. Juli 2009

Krautsourcing 2.0: Über die Aktivitäten der deutschen Openstreetmap-Community

Auf der jährlich stattfindenden State-of-the-map Konferenz (SOTM), der weltweit größten internationale Openstreetmap-Konferenz, sprach vor wenigen Minuten Frederik Ramm (Geofabrik) über die Aktivitäten der deutschen Openstreetmap-Community der vergangenen 12 Monate.

Jeder zweite aktive Openstreetmap-User arbeitet an der deutschen OSM-Karte

Und die Zahlen und Fakten konnten sich sehen lassen: Hatte die deutsche OSM-Karte vor einem Jahr noch 1.3 Millionen Wege, zählen wir heute über 3.4 Millionen. Von diesen wurden rund 87% in den vergangenen Monaten modifiziert, d.h. auch schon existierende Wege wurden weiter verbessert. Doch damit nicht genug: Jeder zweite aktive Openstreetmap-User editiert die deutsche OSM-Karte. Das ist eine beeindruckende Zahl, die die Größe der deutschen Community unterstreicht.

In bed with the government

Frederik erwähnte zahlreiche Projekte, die in den vergangenen Monaten gestartet wurden. Das Oberpfalz-Projekt, bei dem hochauflösende Luftbilder durch die bayrische Regierung und dem bayrischen Landesamt für Vermessung und Geoinformation zum Mappen zur Verfügung gestellt wurden, wurde ebenso gewürdigt wie der Import der Straßendaten von Straßen.NRW. Daneben erlaubte das Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt (KVL) Rostocks den Import von Gebäuden, und die gezeigte Karte war sehr beeindruckend. Allerdings enthalten die Gebäudedaten kleine Fehler - vom KVL absichtlich eingebrachte Unschärfen. Da diese Fehler allerdings unter der GPS-Auflösungsgenauigkeit liegen, ist der Import ein hervorragender Ausgangspunkt für die Erfassung von Rostocker Gebäuden und die anschließende Verbesserung der Daten.

Frederik zählte eine lange Liste von OSM-Anwendungen auf, die von deutschen Usern erstellt wurden und werden. Neben der ÖPNV-Karte wurden die openseamap, das Freie Tonne Projekt zur Sammlung von Seezeichen, der OpenrouteService der Universität Bonn, Geofabriks OSM-Inspector und die Reit- und Wanderkarte (Infos) erwähnt. Unbekannt war mir übrigens bisher, dass auch die iPhone Applikation Offmap, die den Download von Openstreetmap-Kartenmaterial zur Offline-Nutzung erlaubt, von einem Deutschen entwickelt wird. Zu guter letzt erzählte Frederik noch vom Rewrite der beliebten und zum Melden von Kartenfehlern eingesetzten Openstreetbugs-Anwendung durch User Emka.

Mini-SOTM in Osnabrück 2010

In Anbetracht der begrenzten Redezeit (10 Minuten) ist selbstverständlich, dass nicht jede Aktivität der deutschen Community erwähnt werden konnte. Unerwähnt blieben zum Beispiel der ÖPNV-Workshop in Karlsruhe oder die OSM-Konferenz in Bonn (Bericht hier). Dass Frederik aber überhaupt soviel Information in seinen Vortrag packen konnte, darüber war ich echt beeindruckt. :-)

Am Ende seines Vortrags kündigte Frederik Ramm noch eine "MiniSOTM", wie er es nannte, an, die vom 2. bis 5. März 2010 in Osnabrück stattfinden soll. Er erwarte um die 400 (!) Teilnehmer, eine Zahl, die nicht geringes Erstaunen in den IRC-Kanälen auslöste - hat doch die aktuell stattfindene internationale Konferenz "nur" 250 Teilnehmer. [1] Ich mußte schmunzeln: War das ein sanfter Hinweis auf das im Verhältnis zu allen OSM-Aktiven sehr große Engagement deutscher OSM-User?

Die bis Sonntag, den 12.07.2009, laufende State-of-the-Map Konferenz kann über einen Live-Stream sowie über Twitter und Flickr verfolgt werden.

PS: Niemand ist fehlerfrei. :-) Wenn Dir Fehler in diesem Text auffallen, freue mich über einen Hinweis. Ich werde sie dann nach Prüfung korrigieren.

[1]

Update 1: Bei der geplanten Konferenz in Osnabrück handelt es sich um die FOSSGIS, bei der Openstreetmap ein Thema neben vielen anderen sein wird. Die Veranstaltung ist keine OSM- sondern eine GIS-Konferenz. Mein Dank geht an Frank, der mich aufgeklärt hat.

Update 2: Frederik Ramm hat mir und auf der talk-de Mailingliste zwischenzeitlich geschrieben und präzisiert:
"Die FOSSGIS-Konferenz zieht allein in ihrer bisherigen Kapazitaet als reine GIS-Konferenz schon 400 Leute an. Wir rechnen damit, dass auch beim OSM-Teil, der an die traditionelle FOSSGIS anschliesst, rund 400 Leute anwesend sein werden, und dass ein ueberwiegender Teil davon eigens fuer den OSM-Teil anreist - obwohl es sicher auch einige geben wird, die die Konferenz in voller Laenge besuchen und damit in beiden Kontingenten mitzaehlen. Die Zahl von 400 Leuten ist ueberhaupt nicht utopisch, wenn man bedenkt, dass jeden Monat 4000 Leute editieren, oder...?"

Update 3: Inzwischen hat Frederik seine Vortragsfolien als PDF-Datei zum Download zur Verfügung gestellt. Ihr findet sie hier.