Auf der jährlich stattfindenden
State-of-the-map Konferenz (SOTM), der weltweit größten internationale Openstreetmap-Konferenz, sprach vor wenigen Minuten
Frederik Ramm (
Geofabrik) über die Aktivitäten der deutschen Openstreetmap-Community der vergangenen 12 Monate.
Jeder zweite aktive Openstreetmap-User arbeitet an der deutschen OSM-KarteUnd die Zahlen und Fakten konnten sich sehen lassen: Hatte die deutsche OSM-Karte vor einem Jahr noch 1.3 Millionen Wege, zählen wir heute über 3.4 Millionen. Von diesen wurden rund 87% in den vergangenen Monaten modifiziert, d.h. auch schon existierende Wege wurden weiter verbessert. Doch damit nicht genug: Jeder zweite aktive Openstreetmap-User editiert die deutsche OSM-Karte. Das ist eine beeindruckende Zahl, die die Größe der deutschen Community unterstreicht.
In bed with the governmentFrederik erwähnte zahlreiche Projekte, die in den vergangenen Monaten gestartet wurden. Das
Oberpfalz-Projekt, bei dem hochauflösende Luftbilder durch die bayrische Regierung und dem bayrischen Landesamt für Vermessung und Geoinformation zum Mappen zur Verfügung gestellt wurden, wurde ebenso gewürdigt wie der
Import der Straßendaten von Straßen.NRW. Daneben erlaubte das Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt (KVL) Rostocks den
Import von Gebäuden, und die gezeigte Karte war sehr beeindruckend. Allerdings enthalten die Gebäudedaten kleine Fehler - vom KVL absichtlich eingebrachte Unschärfen. Da diese Fehler allerdings unter der GPS-Auflösungsgenauigkeit liegen, ist der Import ein hervorragender Ausgangspunkt für die Erfassung von Rostocker Gebäuden und die anschließende Verbesserung der Daten.
Frederik zählte eine lange Liste von OSM-Anwendungen auf, die von deutschen Usern erstellt wurden und werden. Neben der
ÖPNV-Karte wurden die
openseamap, das
Freie Tonne Projekt zur Sammlung von Seezeichen, der
OpenrouteService der Universität Bonn, Geofabriks
OSM-Inspector und die
Reit- und Wanderkarte (
Infos) erwähnt. Unbekannt war mir übrigens bisher, dass auch die iPhone Applikation
Offmap, die den Download von Openstreetmap-Kartenmaterial zur Offline-Nutzung erlaubt, von einem Deutschen entwickelt wird. Zu guter letzt erzählte Frederik noch vom Rewrite der beliebten und zum Melden von Kartenfehlern eingesetzten
Openstreetbugs-Anwendung durch User
Emka.
Mini-SOTM in Osnabrück 2010In Anbetracht der begrenzten Redezeit (10 Minuten) ist selbstverständlich, dass nicht jede Aktivität der deutschen Community erwähnt werden konnte. Unerwähnt blieben zum Beispiel der
ÖPNV-Workshop in Karlsruhe oder die
OSM-Konferenz in Bonn (Bericht
hier). Dass Frederik aber überhaupt soviel Information in seinen Vortrag packen konnte, darüber war ich echt beeindruckt. :-)
Am Ende seines Vortrags kündigte Frederik Ramm noch eine "MiniSOTM", wie er es nannte, an, die vom 2. bis 5. März 2010 in Osnabrück stattfinden soll. Er erwarte um die 400 (!) Teilnehmer, eine Zahl, die nicht geringes Erstaunen in den IRC-Kanälen auslöste - hat doch die aktuell stattfindene internationale Konferenz "nur" 250 Teilnehmer. [1] Ich mußte schmunzeln: War das ein sanfter Hinweis auf das im Verhältnis zu allen OSM-Aktiven sehr große Engagement deutscher OSM-User?
Die bis Sonntag, den 12.07.2009, laufende State-of-the-Map Konferenz kann über einen
Live-Stream sowie über
Twitter und
Flickr verfolgt werden.
PS: Niemand ist fehlerfrei. :-) Wenn Dir Fehler in diesem Text auffallen, freue mich über einen Hinweis. Ich werde sie dann nach Prüfung korrigieren.
[1]
Update 1: Bei der geplanten Konferenz in Osnabrück handelt es sich um die
FOSSGIS, bei der Openstreetmap ein Thema
neben vielen anderen sein wird. Die Veranstaltung ist keine OSM- sondern eine GIS-Konferenz. Mein Dank geht an
Frank, der mich aufgeklärt hat.
Update 2: Frederik Ramm hat mir und auf der
talk-de Mailingliste zwischenzeitlich geschrieben und präzisiert:
"Die FOSSGIS-Konferenz zieht allein in ihrer bisherigen Kapazitaet als reine GIS-Konferenz schon 400 Leute an. Wir rechnen damit, dass auch beim OSM-Teil, der an die traditionelle FOSSGIS anschliesst, rund 400 Leute anwesend sein werden, und dass ein ueberwiegender Teil davon eigens fuer den OSM-Teil anreist - obwohl es sicher auch einige geben wird, die die Konferenz in voller Laenge besuchen und damit in beiden Kontingenten mitzaehlen. Die Zahl von 400 Leuten ist ueberhaupt nicht utopisch, wenn man bedenkt, dass jeden Monat 4000 Leute editieren, oder...?"
Update 3: Inzwischen hat Frederik seine Vortragsfolien als PDF-Datei zum Download zur Verfügung gestellt. Ihr findet sie
hier.